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Dialogische Übermalungen


Dialogische Übermalungen

Werkreihe der Künstlerinnen Sabine Schäfer und Rosemarie Vollmer
mit Augmented Reality

Sabine Schäfer: bearbeitete Fotografien und Rasterelektronenmikroskop-Aufnahmen auf Aludibond, Augmented Reality (AR), Klang

Rosemarie Vollmer: Übermalungen

Premiere
Ausstellung „Sinneswandel“, 11.9.-10.10.2021, Galerie GEDOK Karlsruhe

Bildergalerie ansehen:

 Narzissten I und II AR, 2021 Foto: Anna Maria Letsch

Erkannt AR, 2021 Foto: Anna Maria Letsch

Fette Beute AR, 2021 Foto: Anna Maria Letsch

We(i)ltsicht AR, 2021 Foto: Anna Maria Letsch

Auszug aus der Einführungsrede vom 10.9.2021 des Kunstwissenschaftlers
Prof. em. Dr. Helmut Schütz, Karlsruhe zu der Werkreihe Dialogische Übermalungen:

„…Sabine Schäfer hat auch eigene Bildwerke geschaffen. Es handelt sich um Druckgrafiken auf Alu Dibond, die sie aus mit dem Rasterelektronenmikroskop gewonnen Bildern von Insekten hergestellt hat. Wie ein Stempel erscheint auf diesen ein QR-Code in Schmetterlingsform, der das optische Bild in ein hybrides verwandelt, und dessen Botschaft Sie mit Ihrem Smart-Phone hören können. Fünf solche Bilder hat Rosemarie Vollmer in einer dialogischen Aktion übermalt und somit aus einer virtuellen in die materielle Wirklichkeit zurückgeholt. Mit der App Artivive auf Ihrem Smart-Phone oder Tablet können Sie ein Video auslösen und das Bild quasi zum Leben erwecken. Diesem Clip hat Sabine Schäfer einen Ausschnitt aus einem von ihr komponierten Musikstücke unterlegt.

Die beschriebenen hybriden Bildwerke verweisen auf einen verblüffenden Paradigmenwechsel in unserem Wahrnehmen und Denken. Platon hatte gelehrt, dass die Wahrheit des Seins in der Sphäre der Ideen liege, während unsere sichtbare Dingwelt nur Schein sei. Aufklärung und Rationalismus hatten diese Vorstellungen als vorwissenschaftlich und falsch verworfen. Nun eröffnet sich uns eine Augmented Reality, eine erweiterte Realität, wobei mit einem Mal Unsichtbares sichtbar und Unhörbares hörbar wird. Auch hier deutet sich eine Art Sinneswandel von kaum zu ermessender Tragweite an. …“

Link zur Künstlerwebsite von Rosemarie Vollmer: www.rosemarie-vollmer.de


Sinneswandel 10.9.-10.10.2021


Sinneswandel

SABINE SCHÄFER und ROSEMARIE VOLLMER (mehr…) präsentieren eine
Audiovisuelle Installation, Dialogische Übermalung mit Augmented Reality, Malerei, Plastik, Zeichnung

GEDOK Künstlerinnenforum Karlsruhe
Markgrafenstr.14 (Ecke Fritz-Erler-Str.), D-76131 Karlsruhe

Öffnungszeiten:
Mi. – Fr. 17 – 19 Uhr. Sa. und So. 14 – 16 Uhr
Nach Vereinbarung können Besucher*innen die Ausstellung einzeln besichtigen.

Begleitende Veranstaltung:
Vortrag: Sa, 09.10.2021, 15 Uhr „Mensch und Fledermaus- eine vielfältige Beziehung“ Martin Lehnert, Fledermausforscher

Einladungskarte ansehen:

Bildergalerie ansehen:

SABINE SCHÄFER / ROSEMARIE VOLLMER (ÜBERMALUNG) NARZISSTEN II AR Öl, Kreide, Grafik, Augmented Reality (AR), Klang, 92,5 x 60,5 cm 2021

SABINE SCHÄFER / ROSEMARIE VOLLMER (ÜBERMALUNG) NARZISSTEN I AR Öl, Kreide, Grafik, Augmented Reality (AR), Klang, 92,5 x 60,5 cm 2021

Die Ausstellung wurde von den Künstlerinnen Rosemarie Vollmer (Malerei, Zeichnung, Keramik, Installation) und Sabine Schäfer (Medienkunst/zeitgenössische Musik) als audiovisuelle, immersive Gesamtinstallation für den öffentlichen Raum und den Galerieraum konzipiert:
Mit einer 22-kanaligen Raumklang-Installation an der Schaufensterfassade der GEDOK Galerie. Diese Fassade ist zugleich Träger von Transparentpapierscherenschnitten, deren Formen sich überlagern mit den Transducern, die ebenfalls auf die Scheiben geheftet sind. Das Schaufenster wird zum künstlerischen Werkstoff und substanziellen Bestandteil der Rauminstallation. Komponierte Klang-Mikroskopien von Fledermäusen und Insekten bevölkern die Glasflächen. Klang und Bild leiten von außen nach innen. Die thematische Auseinandersetzung der beiden Künstlerinnen liegt im aktuellen Kontext des Klimawandels und der Corona-Pandemie. Künstlerisch thematisiert wird die Fledermaus als Symbolträger für die bedrohte Artenvielfalt in der Natur sowie die Verflechtung und Verdichtung unserer Welt: der Welt der tierischen Lebewesen und die Welt der Menschen, die mit ihrem Vordringen in deren natürlichen Lebensräume den Raum für beide letzten Endes bedrohen.

Mit freundlicher Unterstützung von SV SparkassenVersicherung, Kulturamt | Kulturbüro aus Mitteln des interdisziplinären Projektfördertopfs Kunst, Wissenschaft und Technologie und von Dr. Annette Denzinger, Institut für Neurobiologie, Universität Tübingen (Basisklangmaterial für die audiovisuelle Installation)

GEDOK Künstlerinnenforum Karlsruhe


AUDIO BIOSPHERE YELLOW Darmstadt, 31.07.-11.08.2021

AUDIO BIOSPHERE YELLOW

Soundscape für den öffentlichen Raum

AUDIO WALK
31.07. – 11.08.2021

Darmstadt, Park Rosenhöhe, Sämlings-Blutbuche
Standort Maps: 49°52´38.34”N 8°40´37.48”E

Bildergalerie ansehen:

Darmstadt, Park Rosenhöhe, Sämlings-Blutbuche, Foto: Marc Behrens

Touching Sounds, Hör-Panel Nr. 16 „Audio Biospheres Yellow – Sabine Schäfer” Foto: Marc Behrens

Touching Sounds, Hörsituationen im öffentlichen Raum, Darmstadt, 31.07.-11.08.2021, Foto: Marc Behrens

Klänge der Natur und der Tierwelt berühren alle Menschen. Sie werden interkulturell „verstanden“ und sind im menschlichen Unterbewusstsein tief verankert. Lebewesen und Natur aus einer anderen Perspektive wahrzunehmen, erweitert unseren Wahrnehmungshorizont. Über dem Resonanzraum klangästhetisch gestalteter, verlangsamter und geschichteter Insektenchöre, erhebt sich die stark verlangsamte und kunstvoll modulierende Stimme eines Singvogels. Welcher Vogel? – Das spielt keine Rolle! Der Gesang wird zur „reinen“ Linie, zu „reinem“ Rhythmus.

https://internationales-musikinstitut.de/de/ferienkurse/stage/touchingsounds16/

TOUCHING SOUNDS –
Hörsituationen im öffentlichen Raum

Klangkunst-Projekt der DEGEM
Im Rahmen der Internationalen Ferienkurse Darmstadt
Kurator*innen Kirsten Reese und Marc Behrends

mehr lesen:
https://internationales-musikinstitut.de/de/ferienkurse/touchingsounds/


1.05 – 6.06.2021 Europa, so fern und doch so nah!

Eine Ausstellung der GEDOK Karlsruhe
und des Joint Research Centre (JRC) der Europäischen Kommission
in Kooperation mit dem ZKM
im Rahmen der 25. Europäischen Kulturtage „Europa – ein Versprechen“

mit der Premiere von
Sabine Schäfers neuer audiovisueller Installation „Europa – so nah, so fern“

ZKM | Karlsruhe, Musikbalkon, Lorenzstr. 19, 76135 Karlsruhe

Kuratorinnen der Ausstellung: Dr. Annette Hünnekens (GEDOK), Sabine Schäfer (GEDOK)

Sa. 1.05. – So. 6.06.2021
Öffnungszeiten: Mi-Fr 10-18 Uhr / Sa, So 11-18 Uhr
Aktuelle Informationen unter: www.zkm.de oder telefonisch unter 0721 / 8100 1200

Ab 5.05.2021 Online-Präsentation der Einführung von der Kuratorin Dr. Annette Hünnekens (GEDOK) auf:
GEDOK Karlsruhe: https://vimeo.com/536247880
EKT-Seite der Stadt Karlsruhe: https://web6.karlsruhe.de/Kultur/EKT/EKT2021/de/programm/detail/297/

Bildergalerie ansehen:

Ausstellung „Europa, so fern und doch so nah“, Foto: Sabine Schäfer

Ausstellung „Europa, so fern und doch so nah“, Foto: Sabine Schäfer

Roberto Barni, „Safe Steps“, Foto: Sabine Schäfer

Sabine Schäfer, „EUROPA – so nah, so fern“, Foto: Sabine Schäfer

Sabine Schäfer, „EUROPA – so nah, so fern“, Foto: Sabine Schäfer

Peter Hide 311065, „Skully An Flowers Tank“, Foto: Sabine Schäfer

Sabine Schäfer, „EUROPA – so nah, so fern“, Foto: Sabine Schäfer

Paola Ravasio, „Germinate“, Foto: Sabine Schäfer

Ausstellung „Europa, so fern und doch so nah“, Foto: Sabine Schäfer

Fabrizio Plessi, „Liquid Water“, Foto: Sabine Schäfer

Sabine Schäfer, „FRAGIL“, Foto: Sabine Schäfer

Sabine Schäfer, „FRAGIL“, Foto: Sabine Schäfer

Sabine Schäfer, „FRAGIL“, Foto: Sabine Schäfer

Anlässlich der Europäischen Kulturtage ist die GEDOK Karlsruhe zusammen mit dem Joint Research Centre (JRC), der gemeinsamen Forschungsstelle Europas, zu Gast im ZKM | Karlsruhe. Eines der gegenwärtig wichtigsten Themen ist es, die Ziele des Umwelt- und Klimaschutzes und der Energiewende, d.h. dem damit verbundenen sicheren Abbau der Kernenergie, mit dem steigenden Energiebedarf der Digitalisierung Europas in Einklang zu bringen. Die Ausstellung legt den Fokus auf die enorme Herausforderung und thematisiert die Lösungsansätze dieser widersprüchlichen Zielsetzungen. Mit insgesamt sieben Exponaten verdichtet die Ausstellung jeweils die aktuellen Positionen und verdeutlicht zusammen gesehen die globale Situation.

Europa – so nah, so fern
Die neue, für diesen Anlass von Sabine Schäfer geschaffene Auftragsarbeit „Europa – so nah, so fern“ wird erstmals in der Ausstellung gezeigt. Die zweiteilige audiovisuelle Arbeit ist interaktiv. Die hinterleuchteten Glasplatten des freistehenden Objekts zeigen Satellitenaufnahmen von kontinentalen Ansichten und Hauptstädten der Europäischen Union bei Nacht, daneben ein Trio aus Notenständern mit Audio QR-Code Tafeln. Mit einer kostenfreien Bildscan-App können animierte Videos und Klang-Kompositionen per QR-Code abgerufen werden.

Fragil
Die audiovisuelle Installation Fragil von Sabine Schäfer ist eine Weiterentwicklung der REM-Lichtbildergalerie „MicroSonical Shining Biospheres No.1“  des Künstlerpaares <SAJO> Sabine Schäfer / Joachim Krebs.

Die beiden Arbeiten der Künstlerin eröffnen anhand audiovisueller Erlebnisse ein weiter gefasstes Spannungsfeld der Energieversorgung, ihren Errungenschaften und Preisen

Art Spaces
Die gemeinsame Forschungsstelle Europas präsentiert fünf Werke aus ihrer Sammlung „Art Spaces“, deren gemeinsamer Nenner ein für die Entsorgung radioaktiven Materials typisches Fass ist, das namhaften Künstlern als Ausgangspunkt ihrer Reflexionen und Kommentare zum Thema der verantwortungsvollen Energieversorgung diente, zu der ebenso Gedanken der Entsorgung gehören. Es werden Werke von Fabrizio Plessi, Raphael de Vittori Reizel, Paola Ravasio, Roberto Barni und Peter Hide 311065 gezeigt.

Informationen zur Ausstellung:
Projektseite des ZKM: mehr…
Projektseite der GEDOK: mehr..

 

 


EUROPA – so nah, so fern, 2021

Sabine Schäfer
EUROPA – so nah, so fern, 2021

Zweiteilige, audiovisuelle Installation
mit Augmented Reality (AR) und Audio QR-Code

Metall, Glas, LED-Beleuchtung, Druckgrafik, Audiokomposition,
AR-Anwendung, Notenständer, Audio QR-Code Tafel

Premiere

Ausstellung „Europa, so fern und doch so nah!“, 1.05.-6.06.2021, ZKM Karlsruhe

im Rahmen der „25. Europäischen Kulturtage“ der Stadt Karlsruhe mehr

Bildergalerie ansehen:

Sabine Schäfer, „EUROPA – so nah, so fern“, Foto: Sabine Schäfer

Sabine Schäfer, „EUROPA – so nah, so fern“, Foto: Sabine Schäfer

Sabine Schäfer, „EUROPA – so nah, so fern“, Foto: Sabine Schäfer

Sabine Schäfer. EUROPA – so nah, so fern, 2021

Das Kernstück der Ausstellung ist eine zweiteilige Arbeit der Karlsruher Medienkünstlerin und Komponistin Sabine Schäfer. Ihre Werke sind Bestandteile der Sammlungen des ZKM und der Stadt Wolfsburg.

Die zweiteilige Arbeit hat visuelle und auditive Komponenten: In das freistehende, leuchtende Leichtmetall-Objekt sind 16 bedruckte Glasplatten eingehängt. Ihm zugeordnet ist ein Trio aus Notenständern, welche die Notationen einer dreiteiligen Klangkomposition anhand von großformatigen QR Codes bereithalten.

Die Bildergalerie präsentiert in doppelter Reihen-Hängung um das rechteckige Objekt herum farbenfrohe Portraits der Erde in den Tönen Blau, Gelb-Orange bis hin zu Rot und grellem Weiß.

Diese sind Satellitenaufnahmen von acht kontinentalen Ansichten und ebenso vielen Hauptstädten der Europäischen Union und zeigen Ansichten bei Nacht.

Das Basismaterial der Stadtansichten sind Satellitenaufnahmen der ISS, International Space Station, die von Wissenschaftlern für dieses Projekt aufbereitet wurden. Vier von acht der erwähnten Großstadtansichten können mit einem Smartphone oder Tablet sowie der kostenlosen Augmented Reality-App von ARTIVIVE gescannt werden.

Entgegen der lichtdurchfluteten Großstadtansichten geben die weniger bis gar nicht erleuchteten Ausschnitte der Erde den Blick auf Planquadrate frei, die auf den eher natürlichen Zustand der Erdoberfläche verweisen und von der Sonne abgewandt, nicht von selbst leuchten.

Dort, wo uns die Leuchtkraft der Städte ihr strukturelles Muster Preis gibt, sind diese durch bläulich anmutende Rahmungen im oberen und unteren Bereich in ein für das Kinobild charakteristisches Querformat geformt. Diese Rahmungen sind ästhetisch als Erd-Atmosphäre angedeutet, sie verweisen jedoch im Kontext der Großstädte auf das ihnen eigene Ambiente – den unsichtbaren Dunst, der seit ihrer Entstehung über ihnen liegt. Die dekontextualisierte Atmosphäre wird zur Rahmung und damit zu einem inhaltlichen Element, das als Preis gedeutet werden kann, ohne den weder die Großstadt, noch der Blick auf diese zu haben sind.

Mit Mitteln der Augmented Reality kann der Betrachter per Bild-Scan-App virtuelle Zoom-In- Fahrten in die Großstädte, Berlin, Brüssel, Paris und Rom unternehmen und seinen visuellen und gedanklich assoziativen Blick auf Verläufe und Relationen in Gang setzen bzw. verändern.

 

Die imaginären Kamerafahrten zeigen die weit verzweigten, leuchtenden Straßenzüge der EU Hauptstädte in ihrer Vernetzung und Fragilität. Der Faktor Zeit führt diese Fahrten auch gleichfalls in einen historischen roten Faden über, ist doch die Entwicklung der Großstädte nicht ohne die Überwindung und Strukturierung von Raum und Zeit zu denken, auch unabhängig von Tag und Nacht. Licht scheint hier symbolisch für die Unterwerfung und Kolonialisierung nicht nur von Raum sondern auch von Zeit zu stehen, und verweist auf die Bemächtigung und Beugung physikalischer Größen und ihrer Transformation in Energie, Kommunikation und Datenübertragung.

Den assoziativen Gedanken an neuronale Zusammenhänge, Vernetzung und Netzwerkbildung sind bei einer solchen Betrachtung von einem außenstehenden Standpunkt oder besser, von einer astronautischen Blickweise aus, keine Grenzen gesetzt.

So keimt auch der Gedanke an künstliche Welten auf, die sich rund um den Erdball lautlos zu formen und vermehren scheinen, wie die drei Kreismonde auf der Ansicht der Benelux-Länder andeuten. Oder ist dies schon die Sichtbarkeit jener Blasen, in denen sich unsere digitale Welt, bis zum Einzelnen hinunter, zurückzieht? Vielleicht aber befinden wir uns längst schon in einem „Himmelfahrtskommando“ und blicken aus weiter Ferne auf die uns unmittelbar bevorstehenden Katastrophen, Infernos und Zusammenbrüche. Der astronautische Blick auf die Erde ist in jedem Fall ein Blick in der Schwebe und ein Blick aus großer Distanz und lässt erst auf diese Weise die immensen Dimensionen globaler Wirkkräfte erahnen.

Folgerichtig kehren die beiden Bildmotive an den Schmalseiten der Installation die Größen der Orientierung schließlich konsequent auf den Kopf: So sind alle Horizonte im Hochformat gegeben, sodass sich das Leuchtgeschehen der Städte einem Betrachter im nunmehr frei schwebendem Zustand nur noch als glitzernder Lichtregen zeigt, der alles bedeuten kann – von Kriegen bis hin zu Eruptionen der Erde oder großflächigen Waldbränden, deren Ausmaß wir tatsächlich nur durch die Satellitenbilder der Medien erfahren können.

Unter diesem globalen Blick tritt Europa in weite Ferne und die Besinnung auf seinen Zusammenschluss vor über 70 Jahren zum Zwecke der Lösung ökonomischer und ökologischer Aufgabenstellungen lässt die europäische Idee der Länder übergreifenden Lösung globaler Fragen in einer nächst größeren Gemeinschaft im Sinne eines globalen Zusammenschlusses fortleben.

Der interaktiven astronautischen Großinstallation ist ein Trio aus Notenständern beigeordnet, das sich gegenseitig zugewandt und in verschiedener Höhe ausgefahren, an eine Kleinfamilie denken lässt. Anstelle von Noten hält jeder Ständer jedoch eine Tafel, auf der ein QR-Code in unterschiedlicher Position und Größe zu sehen ist. Wird dieser vom Betrachter mit seinem Smartphone gescannt, so ertönt je Code eine eigene Klangkomposition. Die Kompositionen deuten und kommentieren die aktuelle Situation in dreierlei Weise: visionär-fiktional, klassisch kathartisch oder rein wissenschaftlich.

Hierfür wurden originale Stimmen Studierender des KIT, Karlsruher Institut of Technology und der Musikhochschule, Karlsruhe, verwendet.

Jede der Audio-Kompositionen lässt auditive Bilder entstehen, die auf konnotative Weise unterschiedliche Befindlichkeiten vermitteln und den Blick auf die fernen Portraits unserer aktuellen, technisch geformten Erde begleiten.

Die kompositorische Vielstimmigkeit lässt jede Polarisierung zugunsten der unbestrittenen Wahrnehmung eines Notstands und der Aufforderung an jeden Einzelnen, verantwortlich und selbstbestimmt zu handeln, verstummen.

(Dr. A. Hünnekens – Auszug aus der Einführung zur Ausstellung)

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Fragil

Sabine Schäfer
FRAGIL, 2021

Audiovisuelle Installation

mit vier REM-Lichtbildern aus der Bildergalerie
MicroSonical Shining Biospheres No.1, 2009
des Künstlerpaares <SA/JO> Sabine Schäfer/Joachim Krebs
in der Version mit Keder-Bespannung, 2019
und der Audio-Komposition RaumklangMilieu III aus
Audio-Biosphäre Nr. 1, 2009 von <SA/JO>

Metall, LED-Beleuchtung, Druckgrafik, Audiokomposition,
Audio QR-Code Grafik

Ausstellung „Europa, so fern und doch so nah!“, 1.05.-6.06.2021, ZKM Karlsruhe
im Rahmen der „25. Europäischen Kulturtage“ der Stadt Karlsruhe mehr

Bildergalerie ansehen:

Sabine Schäfer, „FRAGIL“, Foto: Sabine Schäfer

Sabine Schäfer, „FRAGIL“, Foto: Sabine Schäfer

Sabine Schäfer, „FRAGIL“, Foto: Sabine Schäfer

Sabine Schäfer. FRAGIL, 2021

Die Lichtbilder-Galerie besteht aus vier REM Bildmotiven repräsentativer Kleinstlebewesen und Insekten sowie einem überdimensionalen, die Installation hinterfangenden QR-Code.
Die Lebewesen sind als klassische Porträts eines Rasterelektronen-Mikroskops wiedergegeben, in in einem rechteckigen Gestänge an Strippen, wie „an seidenen Fäden“. Hintereinander aufgereiht folgt die Hängung jedoch nicht dem gängigen Muster etwa einer Galerie, sondern erinnert eher an die Anordnung von Dominosteinen. Das erste Porträt ist in der Situation des Umkippens gegeben, sodass das Auge des Betrachters diesen Prozess des Anstoßens vor seinem geistigen Auge fortführt und eine Kettenreaktion des Umfallens auslöst. Doch die Seile, an denen die Bilder hängen, stoppen den Prozess und geben ihn als Schlüsselmoment im Sinne Laokoons wieder, ein Moment, der das ganze Geschehen von allen Seiten zu erzählen vermag. Die gegebene Momentaufnahme des Umfallens zeigt die Kleinstlebewesen und Insekten in der Form von überdimensional großen Portraits, die uns erstmals Visavis beinahe in Augenhöhe vor Augen treten und damit ihre Ebenbürtigkeit als Lebewesen zum Ausdruck bringen. Es sieht so aus, als seien sie bereits durch äußere Einwirkungen zu monströsen Wesen mutiert und präsentierten ihr zornig anmutendes Konterfei in vertikaler „Schieflage“. Der an dieser Versuchsanordnung beteiligte Betrachter kann anhand eines QR-Codes mit seinem Smartphone in ein laborähnlich inszeniertes Insekten-Milieu eintauchen. Zu hören sind mit einem speziell entwickelten Klangmikroskopischen Verfahren hochvergrößerte Insektenklänge, die zu ganz eigenen Kompositionen arrangiert wurden und zusammen einen eindringlichen Kanon einer der wichtigsten Erdbewohner anstimmen. Eine unverhüllte Rückansicht gibt den Blick auf Technik frei und lässt die Frage nach ihrer originalen Größe und Ebenbürtigkeit offen. Damit nimmt die ästhetische Inszenierung monströser Insektenportraits inmitten eines Drahtgitter-Käfigs sowohl Themen des Technoiden wie auch des Lebendigen auf und stellt grundsätzliche Fragen nach Macht, Natürlichkeit und Grenzen.
Am eindringlichsten wird hier jedoch das Prinzip der Kettenreaktion als zentrales Thema dargestellt, das in Verbindung mit unserem Eingreifen in die Natur ganz eigene Konnotationen in Gang setzt.


Interview „Sound And The City“ Superinka, 2/2020


Audio Biospheres Magenta


04.12 – 20.12.2020 Inside / Insight – Out

Video-Installation
projekt3drei stellt Sophia Hünnekens vor

GEDOK Künstlerinnenforum, Karlsruhe
Schaufenster zur Markgrafenstraße und zur Fritz-Erler-Straße

Fr 4.12. – So 20.12.2020
Präsentation für den Öffentlichen Raum: Mo bis So 16 – 22 Uhr
Kuratorinnen: projekt3drei mit Annette Hünnekens und Sabine Schäfer

 

 

Video-Großprojektionen von Kunstwerken der GEDOK-Künstlerinnen, dem „zweiten Blick“ ausgesetzt.

Die Videoinstallation kann vor der GEDOK besucht werden sowie auf der Homepage der GEDOK.

In der diesjährigen SONDERPRÄSENTATION sind Videoclips der angehenden Fotodesignerin Sophia Hünnekens zu sehen, die im Loop als Großprojektion auf unterschiedliche Innenseiten der GEDOK projiziert werden. Sie präsentieren dem außenstehenden Betrachter eine Auswahl von fotografisch festgehaltenen Kunstwerken der GEDOK-Künstlerinnen, die dem jungen „digitalen zweiten Blick“ ausgesetzt wurden. Deutlich ist zu erkennen, welcher inneren Dimension und Systemlogik das jeweilige Kunstwerk folgt, was es im Innern zusammenhält.

Bildergalerie ansehen:

Inside / Insight – Out, GEDOK Künstlerinnenforum Karlsruhe, Foto: Anna-Maria Letsch

 

‚projekt3drei‘ ist ein konzeptionelles internationales Projekt der Fachgruppe „Fotografie/ Medienkunst“ und wurde 2014 von den Künstlerinnen Astrid Hansen, Birgit Spahlinger und Katrin Eschenberg gegründet. In diesem Jahr hat sich die Gruppe um Sabine Schäfer und Ina Annette Hünnekens erweitert.

Mit der diesjährigen Sonderpräsentation von ‚projekt3drei‘ startet die GEDOK gleichzeitig ihr Förderprogramm für junge, angehende Künstlerinnen.

Für die Eröffnung der Präsentation ist kein besonderer Event geplant. Die Videoinstallation kann vor der GEDOK besucht werden. Die Kunstvideos von Sophia Hünnekens sind zusätzlich ab Ausstellungsbeginn, am 4.12. auf der Homepage der GEDOK Karlsruhe zu erleben.

Projektseite der GEDOK mehr…


Seit 11.09.2020, GREEN CODE, Zoo Karlsruhe


Zoologischer Stadtgarten Karlsruhe

Permanente Garten-Installation mit Audio-Komposition
von Sabine Schäfer, Medienkünstlerin, Komponistin und Ulrich Singer, Landschaftsarchitekt
Präsentiert im Rahmen des Medienkunst-Festivals „Seasons of Media Arts 2020“ vom 11.09.2020-31.03.2021 mehr…
Ausgewählt durch das ZKM Karlsruhe mehr…
Öffnungszeiten: Mo –So 9 – 18 Uhr


Besichtigung von der Zoobrücke möglich

Bildergalerie ansehen:

GREEN CODE, Zoo Karlsruhe. Foto: Sabine Schäfer

GREEN CODE, Zoo Karlsruhe. Foto: Sabine SchäferGREEN CODE, Zoo Karlsruhe. Foto: Sabine Schäfer

GREEN CODE, Zoo Karlsruhe. Foto: Sabine Schäfer

GREEN CODE, Zoo Karlsruhe. Foto: Sabine Schäfer

GREEN CODE, Zoo Karlsruhe. Foto: Sabine Schäfer

GREEN CODE, Zoo Karlsruhe. Foto: Sabine Schäfer

GREEN CODE, Zoo Karlsruhe. Foto: Sabine Schäfer

GREEN CODE, Zoo Karlsruhe. Foto: Sabine Schäfer

GREEN CODE, Zoo Karlsruhe. Foto: Eva Kaltenbach

GREEN CODE, Zoo Karlsruhe. Foto: Sabine Schäfer

Einweihung, 17.09.2020

mit den Künstlern, den Vertretern der Stadt Karlsruhe (Susanne Asche, Kulturamtsleiterin, Oberbürgermeister Frank Mentrup) und den Zoodirektoren Matthias Reinschmidt und Clemens Becker, Vorsitzender der Artenschutzstiftung und der Zooarchitektin Eva Kaltenbach (v.l.n.r.)

GREEN CODE, Foto: Timo Deible/Zoo Karlsruhe
GREEN CODE Einweihung Zoo Karlsruhe 17.09.2020
Foto: Timo Deible/Zoo Karlsruhe

VIDEO CLIP zur Einweihung auf der Facebook-Seite des Zoo Karlsruhe
https://www.facebook.com/zoo.stadtgarten.karlsruhe/videos/420031198963228

 

Die Garten-Installation

Auf erdigem Grund liegt die Metallplatte eines QR-Codes. Rasen ist zwischen den QR-Code-Lücken eingesät. Die Anordnung der Pixel-Quadrate bildet für das menschliche Auge die Form eines Schmetterlings. Dieser steht ikonenhaft für die Welt der Insekten. Aus den QR-Code-Lücken wächst das Gras. Doch je länger die Grashalme wachsen und sich durch die Freiflächen des Codes hindurch drängen, desto unkenntlicher und unleserlicher wird der Code. Irgendwann wird dann das Gras wieder zurückgeschnitten und der Prozess beginnt von vorn.

Man erlebt den magentafarbenen Schmetterlingscode veränderlich, mal ist er zugewachsen, mal klar erkennbar. Die Verbindung von Natur und Kultur scheint uns hier eine zusätzliche Information zu übermitteln. Und zwar die Tatsache, dass sich Hybride, wenn sie lebendige Anteile haben, zugunsten des einen oder anderen Parts verändern! In diesem Fall zugunsten der alle Kultur überdauernden Natur.

Die Audio-Komposition

Über den, auf der nebenstehenden Werktafel abgebildeten, QR-Code gelangt der Besucher per Smartphone/Tablet zur Klangkomposition. Werfen Sie einen „mikroskopischen Blick“ in den Klang-Mikrokosmos von Insektenstimmen!

Die Tierstimmen bilden die Grundlage der kunstvoll gestalteten Klangkompositionen von Sabine Schäfer. Die Kompositionen wechseln regelmäßig!
Das Hören über Kopfhörer wird empfohlen.

GREEN CODE, Foto: Timo Deible/Zoo Karlsruhe
GREEN CODE Einweihung Zoo Karlsruhe 17.09.2020
Foto: Timo Deible/Zoo Karlsruhe