{"id":1311,"date":"2017-01-07T10:29:03","date_gmt":"2017-01-07T10:29:03","guid":{"rendered":"http:\/\/sabineschaefer.de\/?page_id=1311"},"modified":"2022-12-07T08:22:33","modified_gmt":"2022-12-07T08:22:33","slug":"lost","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sabineschaefer.de\/?p=1311&lang=de","title":{"rendered":"LOST"},"content":{"rendered":"<p>16-kanalige, begehbare RaumklangSkulptur <br \/>1992 Badischer Kunstverein Karlsruhe<br \/>LOST ist einer der drei Klang-Licht-R\u00e4ume aus TOPOPHONICZONES:<\/p>\n<p><a class=\"fancybox\" href=\"https:\/\/sabineschaefer.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Lost_skizze.gif\" rel=\"GALL_A\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-1315 size-medium\" src=\"https:\/\/sabineschaefer.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Lost_skizze-254x300.gif\" alt=\"Skizze der Lautsprecherkonfiguration\" width=\"254\" height=\"300\" \/><\/a><\/p>\n<p>Der Klangk\u00f6rper des Raumes LOST ist vor allem durch den Lautsprecher-Winkel (Skizze \/ Ebene A) gepr\u00e4gt. Diese auf dem Boden verl\u00e4ngerte S\u00e4ule stellt die wichtigste Installationskomponente des Lichthofes dar. \u00dcber diese Bahn st\u00fcrzen Klangmassen zur Erde und ziehen sich in bestimmten Phasen auch wieder hinauf. Beim Betreten des Raumes ist der Besucher zeitweilig von einem Klangband umgeben, das sich \u00fcber einen Lautsprecher-Halbkreis (Skizze \/ Ebene B) bewegt und die fallenden Klang-Gesten kontrapunktiert. Die Ebene C \u00fcbertr\u00e4gt die Aura-Klangfarben: die dreidimensional bewegten Kl\u00e4nge der Ebenen A und B.<\/p>\n<div class=\"fancybox-hidden\"><a class=\"fancybox\" href=\"https:\/\/sabineschaefer.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/lost_badischer_Kunstverein.jpg\" rel=\"GALL_A\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-1312 size-medium\" src=\"https:\/\/sabineschaefer.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/lost_badischer_Kunstverein-203x300.jpg\" alt=\"Badischer Kunstverein Karlsruhe\" width=\"203\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/sabineschaefer.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/lost_badischer_Kunstverein-203x300.jpg 203w, https:\/\/sabineschaefer.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/lost_badischer_Kunstverein.jpg 252w\" sizes=\"(max-width: 203px) 100vw, 203px\" \/><\/a> <a class=\"fancybox\" href=\"https:\/\/sabineschaefer.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/lost_nahaufnahme.jpg\" rel=\"GALL_A\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-1313\" src=\"https:\/\/sabineschaefer.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/lost_nahaufnahme-202x300.jpg\" alt=\"lost_nahaufnahme\" width=\"202\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/sabineschaefer.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/lost_nahaufnahme-202x300.jpg 202w, https:\/\/sabineschaefer.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/lost_nahaufnahme.jpg 251w\" sizes=\"(max-width: 202px) 100vw, 202px\" \/><\/a> <a class=\"fancybox\" href=\"https:\/\/sabineschaefer.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/lost_LichtObjekt_WernerLee.jpg\" rel=\"GALL_A\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-1314 size-medium\" src=\"https:\/\/sabineschaefer.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/lost_LichtObjekt_WernerLee-208x300.jpg\" alt=\"Lichtobjekt Werner Cee\" width=\"208\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/sabineschaefer.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/lost_LichtObjekt_WernerLee-208x300.jpg 208w, https:\/\/sabineschaefer.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/lost_LichtObjekt_WernerLee.jpg 259w\" sizes=\"(max-width: 208px) 100vw, 208px\" \/><\/a><\/div>\n<div class=\"fancybox-hidden\">\u00a0<\/div>\n<div class=\"floatbox\"><strong>Prof. Dieter Daniels:\u00a0Schritte im Dunkel &#8211; unterwegs zu einer interdisziplin\u00e4ren Kunst<\/strong><br \/>Wie stellt man einen Klang aus ? Die Frage enth\u00e4lt bereits den Widerspruch zwischen verschiedenen Kunstformen. Eine Ausstellung wird als r\u00e4umliche Folge von einem Besucher erlebt &#8211; dies ist die Konvention der Kunstausstellung. Ein Klang wird als zeitliche Abfolge von statischen Zuh\u00f6rern erlebt &#8211; dies ist die Konvention der Musikauff\u00fchrung. F\u00fcr den Besucher einer Ausstellung entwicklet sich ein subjektives, von ihm selbst steuerbares Zeiterleben in der Bewegung durch den Raum &#8211; f\u00fcr den Zuh\u00f6rer eines Konzerts entwickelt sich eine objektive Struktur von Zeit. Jeder Versuch, diesen Konventionen zu entkommen, muss sich mit der Hartn\u00e4ckigkeit dieser festgeschrieben Erlebnisweisen von Kultur auseinandersetzen.<\/div>\n<div class=\"floatbox\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-574\" src=\"http:\/\/www.sabineschaefer.de\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Fruits2-300x218.jpg\" alt=\"Fruits of Columbus\" width=\"300\" height=\"218\" srcset=\"https:\/\/sabineschaefer.de\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Fruits2-300x218.jpg 300w, https:\/\/sabineschaefer.de\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Fruits2.jpg 400w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/div>\n<div class=\"floatbox\">Das Projekt &#8222;TopoPhonicZones&#8220; von Sabine Sch\u00e4fer setzt genau an diesem Punkt an und zeigt in vier aufeinanderfolgenden R\u00e4umen vier Modi die akustischen, optischen und k\u00f6rperlichen Weisen der Wahrnehmung zu verkn\u00fcpfen. Es beginnt mit einem Klangtunnel &#8211; eine lineare Strecke, die der Besucher im Raum zur\u00fccklegt, l\u00e4sst durch die subjektive Bewegung eine Passage von Kl\u00e4ngen entstehen. Im folgenden, grossen Saal wird es komplexer: der &#8222;sound warp&#8220; kreist \u00fcber dem Besucher &#8211; andere Einzelkl\u00e4nge sind nur im Umhergehen herausl\u00f6sbar und erfordern eine nahes Herangehen an den Lautsprecher, so als sei der Klang ein Objekt, das man n\u00e4her betrachten will. Der Zuh\u00f6rer muss immer wieder zum Lauscher werden und schwankt in seiner Aufmerksamkeit zwischen dem Ganzen und den Details. Die &#8222;Fr\u00fcchte des Kolumbus&#8220; von Hens Breet spielen mit derselben r\u00e4umlichen Ambivalenz &#8211; aus der Ferne, in der Projektion, ein magisches Flimmern &#8211; aus der N\u00e4he nichts ausser Kartoffeln. Im n\u00e4chsten Raum fordert die Kompostion &#8222;lines between&#8220; den Zuh\u00f6rer mehr als bisher zum statischen Verweilen auf, die Gesamtl\u00e4nge des St\u00fccks ist 2 Stunden. Es wird ihm sogar ein Stuhl angeboten, von dem aus er dem um ihn schwingenden Klang folgen kann. Ebenso wie die Komposition sich hier konventionellen, linearen Formen der Musik n\u00e4hert, bleiben auch die Wandrefliefs von Werner Cee im Rahmen der klassischen bildenden Kunst, so dass es zu einem Kontrast von statischem Bild und mobilem Klang kommt. Ganz anders im letzten Raum: &#8222;Lost&#8220; verschmilzt intensive optische und akustische Impulse zu einem kurzen, aber heftigen Eindruck. Der Besucher sitzt nicht und wandelt nicht umher &#8211; er steht auf der in den Raum ragenden B\u00fchne &#8211; &#8222;wie vom Donner ger\u00fchrt&#8220; &#8211; so als w\u00fcrde er von einem Aussichtsbalkon auf ein Naturschauspiel blicken. Jeder der vier R\u00e4ume von &#8222;TopoPhonicZones&#8220; ist das Modell f\u00fcr eine m\u00f6gliche Form interdisziplin\u00e4rer Kunst. Jeder Raum tr\u00e4gt eine andere Stimmung und setzt das Pubklikum in eine andere Position gegen\u00fcber dem Kunstwerk. Viele Metaphern dr\u00e4ngen sich auf: die vier Jahreszeiten, die vier Elemente, die vier Himmelsrichtungen. Keine trifft genau zu &#8211; aber dennoch sind alle vier Erlebnismodi Abstraktionen von naturhaften Prozessen und spielen mit den \u00dcberg\u00e4ngen von heiss und kalt, fest und fl\u00fcssig, nah und fern, ohne aber zu simplen Allegorien zu werden. Die Installation von &#8222;TopoPhonicZones&#8220; im Badischen Kunstverein Karlsruhe nimmt genau auf die vorhandene Architektur Bezug &#8211; jeder Raum ist eine subtile Umsetzung der jeweils ganz anderen architektonischen Struktur. Hier liegt die St\u00e4rke dieses Projekts &#8211; hierin zeigt sich aber auch, welchen Aufwand eine interdisziplin\u00e4re Arbeit erfordert, bei der jahrelange Vorarbeiten zu einem Ereignis von nur f\u00fcnf Tagen n\u00f6tig sind. Ein Projekt dieser Art ist nicht ohne weiteres von Museum zu Museum oder von Konzertsaal zu Konzertsaal zu transportiern &#8211; es hat eine Qualit\u00e4t, die im Kulturbetrieb immer seltener geworden ist: die Einzigartigkeit eines Ereignisses f\u00fcr einen bestimmten Ort zu einer bestimmten Zeit. <span style=\"color: #808080;\">Dieter Daniels: geb.1957 in Bonn. 1984 Mitbegr\u00fcnder der Videonale Bonn, seit 1991 Aufbau der Videosammlung am ZKM Karlsruhe, seit 1993 Professor f\u00fcr Kunstgeschichte und Medientheorie an der Hochschule f\u00fcr Graphik und Buchkunst Leipzig<\/span>.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"floatbox\"><strong>Prof. Dr. Helga de la Motte-Haber: Kontrapunktik im Raum<\/strong><br \/> Zu den wichtigsten Aufgaben des Ohres geh\u00f6rt die Lokalisation der Schallquelle. Sie erfolgt mit solcher Pr\u00e4zision, da\u00df man im Stimmengewirr einer Party eine verst\u00e4ndliche Rede wahrnehmen kann, weil die genaue Bestimmung des Herkunftsortes der Sprachlaute erlaubt, sie zu einem sinnvollen Ganzen zu f\u00fcgen. Im Bereich der Musik war die F\u00e4higkeit des Ohres zur Raumwahrnehmung zu verschiedenen Zeiten von verschiedener Bedeutung. Sie hatte eine wichtige Funktion in den Anf\u00e4ngen der mehrstimmigen Instrumentalmusik. Beim mehrch\u00f6rigen Musizieren verdeutlicht das Zusammenwirken von verschiedenen Positionen aus die musikalische Form. Der Raum wurde jedoch aus dem Denken der Komponisten mehr und mehr verbannt. Die erhoben auf den Konzertpodien, vis \u00e0 vis dem Publikum, sitzenden Musiker sollten nur Herzensr\u00e4ume jenseits der Realit\u00e4t \u00f6ffnen. Nur manchmal erinnerten noch im 19.Jahrhundert Komponisten mit r\u00e4umlich distanziert wirkenden Kl\u00e4ngen, die von weither &#8211; lointain &#8211; zu kommen schienen, da\u00df zu h\u00f6ren mit einem Bewu\u00dftsein der Welt verbunden sein kann. Das Material der Musik war auf die H\u00f6he, Dauer und Lautst\u00e4rke von T\u00f6nen und Kl\u00e4ngen eingeengt. Ihre Herkunft sollte unbestimmt wirken.<\/div>\n<div class=\"floatbox\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-580\" src=\"http:\/\/www.sabineschaefer.de\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/RaumDunkel2-300x193.jpg\" alt=\"Sound Warp\" width=\"300\" height=\"193\" srcset=\"https:\/\/sabineschaefer.de\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/RaumDunkel2-300x193.jpg 300w, https:\/\/sabineschaefer.de\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/RaumDunkel2.jpg 551w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/div>\n<div class=\"floatbox\">Raum durch Klang zu komponieren, ist zu einem neuen Thema im 20. Jahrhundert geworden, wobei am Ende dieses Jahrhunderts auch dessen innovatives \u00e4sthetisches Potential deutlich wird. Denn seit den Anf\u00e4ngen der Neuen Musik haben sich Komponisten &#8211; darunter Sch\u00f6nberg, Hindemith, Var\u00e8se &#8211; mit der Neubestimmung eines musikalischen Raumes befa\u00dft. Die Theoretiker fingen aber erst an, den K\u00fcnstlern in dieses musikalische Neuland zu folgen, als in den 1950er Jahren un\u00fcbersehbar wurde, da\u00df es sich um eine \u00e4sthetisch zentrale Kategorie handelt. Die Besch\u00e4ftigung mit dem Thema &#8222;Raum-Musik&#8220; (Karlheinz Stockhausen) wurde nach dem Zweiten Weltkrieg durch zwei voneinander abh\u00e4ngige Ph\u00e4nomene intensiviert. Einmal hatte die technische Entwicklung neue Formen der Klangproduktion erm\u00f6glicht, die zum Nachdenken \u00fcber die Herkunft des Schalls (konkret \u00fcber die Position der Lautsprecher) anregte. Zum zweiten hatte jedoch auch eine innermusikalische Entwicklung stattgefunden, die dazu veranla\u00dfte, musikalische Strukturen in den \u00e4u\u00dferen Raum aufzuklappen. Zus\u00e4tzlich zu den genannten Dimensionen des Klangs wurde seitdem Raum von den Komponisten in die k\u00fcnstlerische Reflexion einbezogen. Oft war damit der Auszug aus dem herk\u00f6mmlichen Konzertsaal verbunden, der sich als wenig flexibel erwies f\u00fcr die Aufl\u00f6sung der starren Verh\u00e4ltnisse zwischen Zuh\u00f6rer und klingendem Werk. Vielf\u00e4ltige Formen musikalischer Raumkompositionen sind im letzten halben Jahrhundert entstanden, bis dahin, da\u00df mit Klanginstallationen regelrecht neue Kunstgattungen sich ausgebildet haben. Diese Vielfalt begr\u00fcndet sich in der grunds\u00e4tzlichen Mehrdimensionalit\u00e4t des Raumes und in dem komplexen Verh\u00e4ltnis, das sich zwischen dem H\u00f6rraum, in dem sich T\u00f6ne in die H\u00f6he und in die Tiefe bewegen, und dem Umgebungsraum ausbildet, in dem sich der Klang ausbreitet. Zudem sind akustische Erscheinungen der Alltagswelt (Sprache, Ger\u00e4usche) musikalisch integrierbar geworden. Sabine Sch\u00e4fers Klangr\u00e4ume nehmen eine vermittelnde Stellung ein zwischen musikalischen Raumkompositionen und Installationen. Sie verr\u00e4tseln den Nahraum und sind zugleich nicht nur als Modifikationen eines Umgebungsraums gedacht. Dieser dient vielmehr dazu, dem Klanggeschehen eine dreidimensionale Realit\u00e4t zu verleihen, wobei nicht nur durch die Positionierung der Lautsprecher eine viereckige Musik entsteht, sondern auch Bewegungseindr\u00fccke durch deren sukzessive Arbeitsweise erzeugt werden. Kl\u00e4nge stehen oder wandern im Raum und entfalten dabei einen Objektcharakter, den sie normalerweise nur im H\u00f6rraum besitzen. Sie sind wie Stimmen eines polyphonen Satzes im \u00e4u\u00dferen Raum \u00fcbereinandergeschichtet. Ihre Bewegungen k\u00f6nnen kontrapunktisch konzipiert sein, so wenn \u00fcber ruhenden Kl\u00e4ngen Haltepunkte gesetzt sind und au\u00dferdem flie\u00dfende Linien in Schleifen dar\u00fcber verlaufen. Im Umhergehen kann sich der Besucher bei einer solchen Installation einen &#8222;Floridus&#8220; schaffen durch seine eigene Bewegung. Er kann auch dem Flu\u00df der Kl\u00e4nge folgen, oder im Innehalten sich mit einem Ort identifizieren. Da\u00df die Materialien der einzelnen Ebenen zuweilen verschieden sind, erm\u00f6glicht ihm, f\u00fcr Momente Textfragmente, die wie &#8222;minimal music&#8220; verarbeitet sind, auf ihren semantischen Sinn zu befragen. Irgendwo taucht die Stimme von Woody Allen auf mit dem programmatischen Satz: &#8222;Es f\u00e4llt mir nicht leicht, zwischen Phantasie und Wirklichkeit zu unterscheiden&#8220;. Ist die neue akustische Welt durch begleitendes Licht unvorhersehbar geworden, so kann der Eindruck entstehen, man sei in einen Film eingetreten, bei dem jedoch die Musik die Hauptrolle spielt.<\/div>\n<div class=\"floatbox\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-581\" src=\"http:\/\/www.sabineschaefer.de\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/RaumDunkel3-199x300.jpg\" alt=\"Sound Warp\" width=\"199\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/sabineschaefer.de\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/RaumDunkel3-199x300.jpg 199w, https:\/\/sabineschaefer.de\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/RaumDunkel3.jpg 235w\" sizes=\"(max-width: 199px) 100vw, 199px\" \/><\/div>\n<div class=\"floatbox\">Die TopoPhonicZones (1992) verbinden drei R\u00e4ume und vermitteln wie die einzelnen S\u00e4tze eines Orchesterwerks eine je unterschiedliche Struktur. Vom polyphonen Geschehen kann man in einen rhythmisch gepr\u00e4gten Raum wechseln, dessen herabst\u00fcrzende Klangk\u00f6rper sich die Stadien ihrer Bewegung in ihrer massiven Gestalt angeeignet haben. Doch das flie\u00dfende Klangband, nun nur noch angedeutet, umgibt auch hier zuweilen den Besucher, schafft ebenso einen Zusammenhang wie die grundierende Schicht in der Erinnerung dessen, der weitergegangen ist. Ein dritter Raum l\u00f6st den Kontrapunkt in zwei gegenl\u00e4ufige Farbfl\u00e4chen auf, deren obertonhaltiges Gewebe mit irisierenden Schwebungen angereichert ist. Sie wirken weit entfernt von den ger\u00e4uschhaltigen beiden anderen R\u00e4umen. Melodien, die sich sehr langsam verschieben, raunen in diesen farbigen Mixturen. F\u00fcr den der seine Aufmerksamkeit darauf richtet, scheint nichts mehr festzustehen. Im allt\u00e4glichen Leben versichert uns das Ohr \u00fcber die Ortung des Schalls den eigenen Standort, weil es erlaubt, Distanzen abzusch\u00e4tzen. In den melodisch gewebten, fein nuancierten Farbfeldern meint man jedoch, den akustischen Schwingungen in ein Inneres folgen zu k\u00f6nnen, das die dreidimensionale Struktur als Umh\u00fcllung voraussetzt, obwohl es nicht mit ihr identisch ist. Die topologische Neubestimmung des Raumes in einem audio-visuellen Ereignis erzwingt eine Neuorientierung des H\u00f6rens und Sehens. Sie basiert auf einer ungew\u00f6hnlich komplizierten Computertechnologie, die Denkbares wahrnehmbar macht und auf die Ver\u00e4nderbarkeit der Welt hinweist. &#8222;Aber das geht Dich doch gar nichts an.&#8220; Oder doch? &#8222;Das Universum expandiert.&#8220; In diesen Textfragmenten aus den TopoPhonicZones deutet sich an, da\u00df es sich um mehr handelt, als um einen interessanten Nachmittag, den man in einem Kunsthaus verbringen kann. <span style=\"color: #808080;\">Dr. Helga de la Motte-Haber: geb. 1938 in Ludwigshafen. Studium der Psychologie und Musikwissenschaft in Hamburg. 1971 Habilitation f\u00fcr das Lehrgebiet Systematische Musikwissenschaft. 1978 Berufung auf eine Professur an der TU Berlin. Zahlreiche Publikationen auf dem Gebiet der Musikpsychologie und der Musikwissenschaft.<\/span><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>16-kanalige, begehbare RaumklangSkulptur 1992 Badischer Kunstverein KarlsruheLOST ist einer der drei Klang-Licht-R\u00e4ume aus TOPOPHONICZONES: Der Klangk\u00f6rper des Raumes LOST ist vor allem durch den Lautsprecher-Winkel (Skizze \/ Ebene A) gepr\u00e4gt. 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