{"id":830,"date":"2016-08-21T14:33:26","date_gmt":"2016-08-21T14:33:26","guid":{"rendered":"http:\/\/sabineschaefer.de\/?page_id=830"},"modified":"2022-12-07T08:23:03","modified_gmt":"2022-12-07T08:23:03","slug":"raum-im-raum","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sabineschaefer.de\/?p=830&lang=de","title":{"rendered":"Raum-im-Raum"},"content":{"rendered":"<p>Dieses k\u00fcnstlerische Konzept geht von einem eigenst\u00e4ndigen begehbaren RaumklangK\u00f6rper als &#8222;Raum im (architektonischen) Raum&#8220; aus. Das hei\u00dft, der begehbare RaumklangK\u00f6per wird dadurch auch gleichzeitig umgehbar.<br \/>Durch die Verbindung der Eigenschaften der Umgeh- und Begehbarkeit entstehen neue Qualit\u00e4ten, die zu einer eigenst\u00e4ndigen Raumklang-Installationsart f\u00fchren. Ein Beispiel hierf\u00fcr ist der von uns kreierte RaumklangK\u00f6per &#8222;Klangzelt&#8220; aus der Projektreihe &#8222;SonicRooms&#8220; (Abb.9).<\/p>\n<p>Der Pr\u00e4sentationsort des RaumklangK\u00f6rpers selbst wird hier nicht in seinen architektonischen Dimensionen akustisch durchschritten &#8211; oder besser gesagt &#8222;durchschallt&#8220; &#8211; um quasi den Raum an sich &#8222;h\u00f6rbar&#8220; zu machen, sondern im Gegenteil handelt es sich hier, vor allem wenn man sich im Innern des RaumklangK\u00f6rpers befindet, um die weitestgehende Eliminierung der realen &#8211; visuellen wie akustischen &#8211; Umgebung des Ortes, an dem der begehbare RaumklangK\u00f6rper &#8211; quasi ein Raum im Raum &#8211; aufgestellt ist.<\/p>\n<div id=\"attachment_547\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/sabineschaefer.de\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/rkz_1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-547\" class=\"size-medium wp-image-547\" src=\"https:\/\/sabineschaefer.de\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/rkz_1-300x201.jpg\" alt=\"Abbildung 9\" width=\"300\" height=\"201\" srcset=\"https:\/\/sabineschaefer.de\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/rkz_1-300x201.jpg 300w, https:\/\/sabineschaefer.de\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/rkz_1.jpg 428w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-547\" class=\"wp-caption-text\">Abbildung 9<\/p><\/div>\n<p>Das Innere des RaumklangK\u00f6rpers &#8222;Klangzelt&#8220; das von seiner Umgebung durch doppelte Stoffbespannung ebenso leicht wie effektiv k\u00fcnstlich separiert ist, klammert den visuellen Aspekt der k\u00fcnstlerischen Gestaltung von Raum und Zeit so weit wie m\u00f6glich aus, um die auditive Rezeption der artifiziell kreierten, virtuellen KlangR\u00e4ume zu intensivieren.<br \/>Da auch der f\u00fcr die Orientierung und Lokalisierung so wichtige Sichtkontakt zur Schallquelle Lautsprecher durch leichte, blickdichte aber schalldurchl\u00e4ssige Stoffw\u00e4nde verhindert wird, ist es m\u00f6glich, irreal-imagin\u00e4re &#8222;ErlebnisKlangR\u00e4ume&#8220; zu realisieren, in denen wiederum real bewegte Kl\u00e4nge &#8211; nur mit dem Ohr wahrgenommen &#8211; als amorphes Kontinuum von fl\u00fcchtigen und ungreifbaren Zust\u00e4nden und akustischen Atmosph\u00e4ren erlebt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<div id=\"attachment_831\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/sabineschaefer.de\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/rkz_2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-831\" class=\"size-medium wp-image-831\" src=\"https:\/\/sabineschaefer.de\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/rkz_2-300x203.jpg\" alt=\"Abbildung 10\" width=\"300\" height=\"203\" srcset=\"https:\/\/sabineschaefer.de\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/rkz_2-300x203.jpg 300w, https:\/\/sabineschaefer.de\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/rkz_2.jpg 429w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-831\" class=\"wp-caption-text\">Abbildung 10<\/p><\/div>\n<p>Paradoxerweise werden k\u00fcnstliche R\u00e4umlichkeiten von Klang an sich, durch reale Bewegung desselben noch gesteigert. Man mu\u00df also, um das &#8222;Klangzelt&#8220; ad\u00e4quat rezipieren zu k\u00f6nnen, &#8222;live&#8220; vor Ort sein, um u.a. den Unterschied zwischen k\u00fcnstlich produzierten R\u00e4umlichkeiten im Stereobild und der K\u00fcnstlichkeit der psychischen, &#8222;inneren&#8220; Raumwahrnehmung, die durch real von Lautsprecher zu Lautsprecher eine r\u00e4umliche Distanz zur\u00fccklegende Kl\u00e4nge hervorrufen, miterleben zu k\u00f6nnen.<br \/>In wiederum k\u00fcnstlich, in einem realen Raum installierten &#8222;H\u00f6rinseln&#8220;, die &#8211; dem H\u00f6ren mit Kopfh\u00f6rern \u00e4hnlich &#8211; den realen Raum vor Ort durch allseitige Stoffbespannung weitestgehend ausschlie\u00dfen, um die artifiziell produzierten R\u00e4umlichkeiten der Raumklangkompositionen selbst authentischer wahrnehmbar zu machen, wird es also m\u00f6glich sein, neuartige H\u00f6rerfahrungen zu erleben, die u.a. zu Irritationen des &#8222;normalen&#8220; Raum- und Zeitempfindens f\u00fchren k\u00f6nnen. Im besten Falle evoziert das Klangkunstwerk eine &#8211; zwischen imagin\u00e4rem, psychischen Innenraum und &#8222;realem&#8220;, physikalischen Au\u00dfenraum &#8211; frei flie\u00dfende RaumZeiterfahrung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dieses k\u00fcnstlerische Konzept geht von einem eigenst\u00e4ndigen begehbaren RaumklangK\u00f6rper als &#8222;Raum im (architektonischen) Raum&#8220; aus. Das hei\u00dft, der begehbare RaumklangK\u00f6per wird dadurch auch gleichzeitig umgehbar.Durch die Verbindung der Eigenschaften der Umgeh- und Begehbarkeit entstehen neue Qualit\u00e4ten, die zu einer eigenst\u00e4ndigen Raumklang-Installationsart f\u00fchren. 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